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Hüseyin Alperen Canan und Desiree Neumann sind im Taekwondo erfolgreich. Er will einmal zu Olympischen Spielen, sie zu einer Weltmeisterschaft. So ticken die Talente.

Mustafa Gürel, Leiter der gleichnamigen Günzburger Sportschule, blickt nach rechts zu seinem Schützling Hüseyin Alperen Canan und nach links zu Desiree Neumann, die in der Sportschule von Günter Sonner trainiert. Dann sagt er: „Wir sind stolz auf die zwei.“ Darauf, mit so ehrgeizigen Jugendlichen zu arbeiten. „Ihr Erfolg ist unser Erfolg.“ Und davon können der 17-jährige Hüseyin und die 14-jährige Desiree bereits eine Menge vorweisen. Hier plaudern die Taekwondo-Talente aus dem Nähkästchen und erzählen ...

... wie alles begann und heute ist:

„Ich mache das seit zehn Jahren“, sagt Hüseyin. „Die Nachbarn haben damals gesagt, ich soll doch mal mitkommen.“ Dabei sei es für ihn auch beim Fußball gut gelaufen. „Viele Vereine wollten ihn“, erzählt Trainer Gürel. Aber letztlich habe ihm Taekwondo besser gefallen. Seit 2015 lebt der inzwischen 17-Jährige im Sportinternat in Nürnberg, macht sein Fachabitur und betreibt die Sportart im olympischen Vollkontakt-Modus. Desiree hat 2009 aus Neugierde mit Taekwondo angefangen. Auch sie spielte parallel Fußball. „Gefühlstechnisch“ habe sie sich aber für Taekwondo entschieden. Die Sportschule sei wie eine große Familie geworden und „eine Familie will man nicht verlassen“, sagt die Gymnasiastin.

... wie 2017 sportlich lief:

„Für mich war es ein erfolgreiches Jahr“, sagt Hüseyin. Mit seinem dritten Platz bei der Europameisterschaft auf Zypern habe er seinen bisher größten Erfolg feiern können. „Bei mir war es auch die EM“, sagt Desiree. Auf Rhodos wurde sie im Paarlauf Zweite gemeinsam mit Patrick Kuzenko aus Stuttgart.

... was 2018 ansteht:

Desiree nennt die German Open in Hamburg, die im Februar stattfinden. „Dieses Jahr kämpfe ich bei den 15- bis 17-Jährigen“, sagt sie. Gürel nickt ihr aufmunternd zu: „Desiree ist schon sehr talentiert.“ Hüseyin startet inzwischen bei den Männern in der Gewichtsklasse bis 54 Kilo. Zwei Kämpfe hat er schon absolviert. Gürel: „Er ist gut dabei.“ Für ihn geht es Ende Januar zur deutschen Meisterschaft nach Düsseldorf. „Und mein Ziel ist die Nominierung für die Europameisterschaft in Russland“, sagt der 17-Jährige. Er wolle wieder zu vielen Turnieren fahren und Erfahrung bei den Älteren sammeln. Doch etwas anderes zählt für beide Asse noch mehr: verletzungsfrei bleiben und Spaß haben. „Das ist das Wichtigste“, sagt Desiree.

... wohin ihre Karriere führen soll:

Ob die Olympischen Spiele 2020 in Tokio realistisch sind? Hüseyin nickt. „Es ist mein Lebensziel, bei Olympia teilzunehmen.“ Formenlauf dagegen ist keine olympische Disziplin. Desirees Kindheitstraum ist und bleibt deshalb die Teilnahme bei einer Weltmeisterschaft. Daraufhin trainiert sie und schaut, was rauskommt. „Wenn es nicht klappt, dann eben nicht, aber wenn, dann ist es schön.“

... wie sie mit Aufregung umgehen:

„Jedes Mal aufs Neue bin ich aufgeregt, obwohl man es gewohnt sein sollte“, sagt Hüseyin und lächelt. „Aber das ist gut, man ist konzentrierter und passt besser auf.“ Trainer Mustafa Gürel fügt hinzu, der erste Kampf in einem Turnier sei der wichtigste für Hüseyin. „Wenn er den erfolgreich hinter sich bringt, dann sind wir beruhigt.“ Auch Desiree sagt: „Aufregung gehört dazu, damit man seine Leistung abrufen kann.“ Sie bekommt Nervosität meistens mit Musik in den Griff. Oder sie redet mit ihrem Trainer. Auch Mentaltraining helfe.

... was sie Gegnern voraushaben:

Bei Desiree sind es „die hohen und kraftvollen Kicks“. Auf die richtige Technik komme es an. Hüseyin nickt. „Ich würde sagen, dass ich flinker bin als meine Gegner und schneller kicke.“

... wie viel sie trainieren:

„Ich bin ja jetzt im Sportinternat“, sagt Hüseyin, „das ist schon sehr zeitintensiv.“ Er komme auf bis zu acht Trainingseinheiten pro Woche von jeweils eineinhalb Stunden. Am Wochenende gibt es keine Pause. Auch bei Desiree nicht. Fünf- bis sechsmal die Woche trainiere sie, jeden Tag zwei Stunden. „Wenn ich fertig bin mit Hausaufgaben oder mir langweilig ist, mache ich Dehnübungen oder übe Kicks.“

... welcher Sport ihnen nicht gefällt:

„Mein Zimmerkollege ist Badminton-Spieler“, erzählt Hüseyin und schmunzelt. „Damit könnte ich gar nichts anfangen.“ – „Womit ich wirklich gar nichts anfangen könnte, ist Ballett“, sagt Desiree und lacht.

... was auf die Sportlerkarriere beruflich folgt:

Hüseyin denkt darüber nach, später vielleicht eine eigene Sportschule zu eröffnen. „Ich will mit dem Sport alt werden“, sagt der 17-Jährige. Trainer Gürel will ihm dabei helfen, denn Hüseyin sei „mit Herzblut dabei“. Auch Sportsoldat zu werden, sieht er als Option für seinen Schützling. Desiree sagt, von ihrem Sport zu leben sei sehr schwierig: „Formenläufer können im Taekwondo kein Geld verdienen.“ Doch sie hat vor, „dabei zu bleiben, so lange es körperlich geht“. Ihr späterer Beruf müsse auf jeden Fall etwas mit Sport zu tun haben, vielleicht Physiotherapie, Sportwissenschaft oder Anatomie.

Quelle: von Stephanie Lorenz, Augsburger Allgemeine

   
   
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